Voraussetzung für die Ansiedlung im hiesigen Bereich war das Vorhandensein von Trinkwasser und das war wohl der Bornbergsquelle zu verdanken. Der (Feld)-Brunnenbach durchfloß als einziges Gewässer streckenweise das Dorf.
Alte Teichanalgen in Dorfnähe erinenrn an die Fischzucht.Vermutet wird die Entstehung des Ortes um 500 n. Chr. Eine Hufe* Land in Utherthe oder Utheriche vermachte im Jahre 1105 Dietrich III von Katlenburg dem gleichnamigen Kloster. Dann waren die Herren von Uderde ansässig, in deren Siegel eine Rose dargestellt war. Eine heraldische Rose befindet sich auch heute im Uehrder Wappen. Es folgten die Herren von Mede[nhei]m. Beate, nach dem Tod ihres Ehemannes Ludolph v. M. mit Heinrich Mützefal verheiratet, verkaufte am Dreikönigstag - 6. Januar - 1447 ihren hiesigen Besitz dem Rat der Stadt Osterode gegen eine jährlich fällige Zahlung von 10 Rheinischen Gulden. Uderde verlor seine Selbständigkeit und wurde zum Stadtdorf. Es wurden Höfe mit etwa 120 Morgen gebildet, die meist von 7 Meyern - großbäuerlichen Pächtern - übernommen wurden. Sie hatten nach ihren Meyerbriefen oder Pachtcontracten viele Auflagen zu erfüllen. Sie waren zinspflichtig, für den Transport und die Beköstigung der Pastoren zuständig, hatten Pflichten den Lehrern gegenüber und mußten Hand- und Spanndienste leisten. Man folgte der Dreifelderwirtschaft.
In der seit dem 13. Jhd. dokumentierten Kapelle fanden die Gottesdienste statt. Hier unterrichtete zunächst der Pastor Kinder und Erwachsene. In Zeiten der Bedrängnis soll sie als Fliehburg gedient haben, in der Mensch und Tier Schutz fanden. Ab etwa 1644 wird eine Schule erwähnt. Die Lehrer erhielten ihr Entgelt überwiegend als Naturalien. Das Gebäude, das wir heute noch als Schule bezeichnen, entstand nach 1770. Nach der Schließung im Jahre 1956 erwarb die Landeskirche den Komplex. Als Jugendheim wurde es weithin bekannt. Anfang d. J. 2002 wurde das Grundstück an eine ortsansässige Familie verkauft.
Ein Hirt kümmerte sich um Horn- und Schweinevieh, das er zu festgelegten Zeiten hütete. Ein Schulze wurde ernannt, der die Verwaltung übernahm. Vermutet wird, daß die Herren von Uderde einst in dem Haus lebten, das wir noch heute als Schulzenhaus bezeichnen. Hier fanden jährlich Ratssitzungen in der Ratsstube statt, jenem Eckzimmer im Obergeschoß mit den runden, bleigefaßten Fensterscheiben. In der großen Zehntscheune sammelte man seit 1754 das Korn, das der Zinssammler ausgewählt hatte.
Ab 1886 erfolgte die Verkoppelung, wobei die Wege und Bäche verlegt und die Grundflächen neu zugeordnet wurden. Die Ackerleute bewirtschafteten nun ihr eigenes Land, das - meist in der Osteroder Feldmark - in vielen Jahren erworben werden konnte. Dabei halfen ihnen alleinstehende Mitarbeiter. Die Stadt Osterode verpachtete ihren zu einem Gut zusammengelegten Besitz zunächst an dem Wollwarenfabrikanten Richter. Hier halfen vielfache Familienväter bei den Arbeiten. Ab 1904 erfolgte eine Neuverpachtung des Cämmereigutes an den Landwirt Louis Sindram aus Förste. Nachdem 1913 viele Gebäude einem Brand zum Opfer gefallen waren, kaufte die Stadt ihren Besitz an den letzten Pächter. Eine Scheune baute man zum Vierfamilienhaus um und das damals schon 200 Jahre alte Wulftener Pastorenhaus wurde zerlegt, die Balken mit Pferd und Wagen abgeholt und in Uehrde aufgebaut.
Nach dem Krieg hatte das Dorf mit 229 Einwohnern seine größte Bevölkerungsdichte. Gegenwärtig sind es um 80 Personen. Unter den 26 Gebäuden befinden sich sechs Neubauten, sieben Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Uehrde liegt am Karstwanderweg.
Von den (noch 1960) 12 Höfen werden derzeit noch zwei bewirtschaftet, ein weiterer Betrieb arbeitet nach Öko-Richtlinien und hält einen Bioland-Dorfladen. Es gibt den beliebten Landgasthof Sindram.
* eine Hufe = 12 Tagwerk oder 30 Morgen
März 2008/Ingrid Kreckmann